Sternenkinder – ein so behutsames Wort für eine so schmerzhafte Realität:
Ein Sternenkind ist ein Kind, das vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben ist. Für viele Eltern ist die Vorstellung tröstlich, dass ihr Kind wie ein Stern weiterbesteht. Gleichzeitig gehört die Planung der Bestattung des eigenen Kindes zu den schwersten Aufgaben, die Eltern jemals bewältigen müssen.
Benu – Bestattung und Vorsorge begleitet seit vielen Jahren Familien von Sternenkindern mit Respekt, Klarheit und großer Achtsamkeit. Auf dieser Seite informieren wir Sie darüber, wie Sternenkinder-Bestattungen in Deutschland geregelt sind und welche Möglichkeiten Eltern haben.
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089 89 67 4544Sind Sternenkinder stille Geburten?
Wann wird ein Sternenkind beerdigt?
Wie wird ein Sternenkind beerdigt?
Was passiert mit Sternenkindern im Krankenhaus?
Wie läuft eine stille Geburt ab?
Mutterschutz und Wochengeld nach der stillen Geburt
Abschied nehmen vom Sternenkind
Darf man Fotos von verstorbenen Kindern machen?
Hilfsangebote für verwaiste Eltern
Selbsthilfe- und Erinnerungsangebote
Was kostet die Bestattung eines Sternenkindes?
Als Sternenkinder werden Kinder bezeichnet, die vor, während oder kurz nach der Geburt versterben. Der Begriff „Sternenkind“ ist keine rechtliche Kategorie, sondern eine bewusst gewählte, emotionale Bezeichnung. Rechtlich relevant sind in Deutschland ausschließlich die medizinischen Begriffe Fehlgeburt und Totgeburt.
Die Bezeichnung „Sternenkind“ – ebenso wie der Begriff der stillen Geburt – stellt nicht medizinische Kriterien in den Vordergrund, sondern den Verlust des Kindes und die emotionale Bindung der Eltern.
In diesem Sinne werden in Deutschland folgende Formen des Kindesverlustes als Sternenkinder bezeichnet:
- Fehlgeburt
Medizinisch spricht man von einer Fehlgeburt, wenn das Kind keine Lebenszeichen zeigt und vor der vollendeten 24. Schwangerschaftswoche sowie mit einem Geburtsgewicht unter 500 Gramm geboren wird. Für die Eltern ist auch dieses Kind ein Sternenkind. - Totgeburt
Als Totgeburt gilt ein Kind, das keine Lebenszeichen zeigt und entweder ein Geburtsgewicht von mindestens 500 Gramm hat oder ab der vollendeten 24. Schwangerschaftswoche geboren wird. Auch dieses Kind wird von den Eltern als Sternenkind wahrgenommen. - Kurz nach der Geburt verstorbene Kinder
Kinder, die lebend geboren werden, aber kurz nach der Geburt versterben, werden ebenfalls als Sternenkinder bezeichnet. - Früh verstorbene Kinder im ersten Lebensjahr
In einem erweiterten, nicht medizinischen Verständnis bezeichnen manche Eltern auch Kinder, die vor ihrem ersten Geburtstag versterben, als Sternenkinder.
Entscheidend für die Bezeichnung „Sternenkind“ ist nicht ein bestimmtes Geburtsgewicht oder eine Schwangerschaftswoche, sondern die Beziehung zwischen Eltern und Kind.
Sind Sternenkinder stille Geburten?
Der Begriff stille Geburt ist ebenfalls keine medizinische Definition. Er wird verwendet, wenn ein Kind tot geboren wird oder die Geburt eines nicht lebensfähigen Kindes medizinisch begleitet erfolgen muss.
Häufig wird die 24. Schwangerschaftswoche als Orientierung genannt, da ab diesem Zeitpunkt rechtlich von einer Totgeburt gesprochen wird. Medizinisch gelten Kinder vor der 24. SSW als Fehlgeburten.
Wie der Begriff „Sternenkind“ dient auch die Bezeichnung „stille Geburt“ dazu, nicht die fehlende Lebensfähigkeit, sondern den Abschied und die Würde des Kindes in den Mittelpunkt zu stellen.

Was ist der Unterschied zwischen Sternenkind und Regenbogenkind?
Der Regenbogen folgt auf einen Sturm. Ein Regenbogenkind ist das Kind, das geboren wird, nachdem Eltern ein Sternenkind verloren haben. Der Begriff steht für Hoffnung nach einem schweren Verlust.
Wann wird ein Sternenkind beerdigt?
Ob für ein Sternenkind eine Bestattungspflicht besteht, richtet sich in Deutschland nicht nach dem Begriff „Sternenkind“, sondern nach medizinischen Kriterien.
Eine Bestattungspflicht besteht, wenn:
- das Kind lebend geboren wird und kurz nach der Geburt verstirbt oder
- das Kind tot geboren wird und ein Geburtsgewicht von mindestens 500 Gramm hat oder die 24. Schwangerschaftswoche vollendet war.
In diesen Fällen handelt es sich rechtlich um eine Totgeburt.
Bei Fehlgeburten (unter 500 Gramm und vor der 24. SSW) besteht keine Bestattungspflicht, jedoch jederzeit ein Bestattungsrecht der Eltern.
Unabhängig vom Geburtsgewicht haben Eltern in Deutschland das Recht, ihrem Sternenkind einen Namen zu geben und diesen im Personenstandsregister eintragen zu lassen.
Wie wird ein Sternenkind beerdigt?
Eltern können ihr Sternenkind immer beisetzen lassen, unabhängig davon, ob eine Bestattungspflicht besteht oder nicht.
Die Art der Beisetzung entscheiden die Eltern selbst. Möglich sind – je nach Friedhofsordnung – unter anderem:
- ein Kinder- oder Familiengrab
- ein Gemeinschaftsgrab für Sternenkinder
- Erd- oder Feuerbestattung
alternative Beisetzungsformen wie Baum- oder Naturbestattungen
Viele Kommunen und Friedhöfe bieten hierfür speziell gestaltete, würdevolle Orte an. Wir beraten Sie dazu gerne.

Was passiert mit Sternenkindern im Krankenhaus?
In Deutschland wird zwischen Fehlgeburten und Totgeburten unterschieden.
Sternenkinder mit einem Geburtsgewicht von unter 500 Gramm und vor der 24. Schwangerschaftswoche gelten rechtlich als Fehlgeburt. Für sie besteht keine gesetzliche Bestattungspflicht. Eltern haben jedoch jederzeit das Recht auf eine eigene Bestattung oder Beisetzung.
Entscheiden sich die Eltern gegen eine eigene Beisetzung, organisieren viele Krankenhäuser in Zusammenarbeit mit Kommunen oder kirchlichen Trägern gemeinschaftliche, würdevolle Beisetzungen (z. B. in Sternenkinder- oder Gemeinschaftsgräbern). Diese finden meist mehrmals im Jahr statt und sind für die Eltern kostenfrei.
Ab einem Geburtsgewicht von 500 Gramm oder ab der vollendeten 24. Schwangerschaftswoche handelt es sich rechtlich um eine Totgeburt. In diesem Fall besteht in Deutschland Bestattungspflicht, und die Eltern beauftragen ein Bestattungsunternehmen ihrer Wahl.
Wie läuft eine stille Geburt ab?
Ein Sternenkind kann lebend geboren werden und kurz nach der Geburt versterben. In vielen Fällen handelt es sich jedoch um eine stille Geburt, bei der das Kind bereits im Mutterleib verstorben ist oder aus medizinischen Gründen eine Beendigung der Schwangerschaft notwendig wird.
Die Geburt wird in diesen Fällen medizinisch eingeleitet. Dies ist ab etwa der 16. Schwangerschaftswoche möglich und erfolgt im Krankenhaus unter ärztlicher Begleitung und mit geeigneter Schmerztherapie. Die Geburt verläuft in der Regel vaginal.
Eltern haben jederzeit die Möglichkeit, ihr Kind zu sehen, Abschied zu nehmen, Erinnerungen zu schaffen oder – wenn gewünscht – eine Segnung oder Nottaufe durchführen zu lassen.
Nach dem Abschied verbleibt das Kind zunächst im Krankenhaus. Die weitere Versorgung erfolgt entweder über ein von den Eltern beauftragtes Bestattungsunternehmen oder – bei fehlender Bestattungspflicht und entsprechendem Wunsch – im Rahmen einer gemeinschaftlichen Beisetzung.
Mutterschutz und Wochengeld nach der stillen Geburt
Nach einer Totgeburt ab der 24. Schwangerschaftswoche haben Frauen in Deutschland Anspruch auf den vollen Mutterschutz (sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt) sowie auf Mutterschaftsgeld.
Bei einer Fehlgeburt vor der 24. Schwangerschaftswoche besteht kein klassischer Mutterschutz. Seit 2023 gelten jedoch gestaffelte Schutzfristen mit einem zeitlich begrenzten Beschäftigungsverbot – abhängig von der Schwangerschaftswoche. Zusätzlich besteht selbstverständlich die Möglichkeit einer Krankschreibung zur körperlichen und seelischen Erholung.

Abschied nehmen vom Sternenkind
Wichtig ist, dass die Mutter des Sternenkindes durch ihren Partner/ihre Partnerin, ihre Eltern oder enge Freunde unterstützt wird. Vielen Paaren hilft es, ihr frühverstorbenes Kind nach der Geburt einige Zeit in den Armen zu halten, es zu begrüßen – und sich von ihm zu verabschieden. Dieses Abschied nehmen ist ein schmerzhafter, aber notwendiger Prozess. Vielen betroffenen Eltern hilft es, selbst kleine Erinnerungsstücke anzufertigen, z.B. einen Fuß- oder Handabdruck zu nehmen und/oder eine Haarlocke zu behalten.
Viele Eltern lassen auch Gedenkschmuck, zum Beispiel eine Kette mit einem Fingerabdruck des Kindes, oder andere Erinnerungsstücke anfertigen. Was im Moment des Abschieds extrem scherzhaft ist, kann im Trauerprozess heilend sein: Oft sind verwaiste Eltern froh, wenn sie ihr Kind, wenn auch nur symbolisch, weiterhin bei sich tragen können.
Die Stunden nach der Geburt eines Sternenkindes sind auch der richtige Moment, um ältere Geschwister Abschied nehmen zu lassen und ihnen die Situation zu erklären. Falls Sie zu diesem Thema mehr Informationen benötigen, möchten wir Ihnen unsere Ratgeber-Artikel Kindern den Tod erklären und Sollten Kinder bei einem Begräbnis dabei sein? ans Herz legen.
Darf man Fotos von verstorbenen Kindern machen?
Selbstverständlich dürfen Eltern ihr Sternenkind fotografieren bzw. es fotografieren lassen. In vielen Fällen sind Sternenkinderfotos sogar ein wichtiger Teil des späteren Heilungsprozesses, und das aus einem einfachen Grund: Direkt nach der Geburt fällt es vielen Sterneneltern schwer, ihr Kind anzusehen oder zu berühren. In späteren Stadien des Trauerprozesses kommt dann aber oft das Bedürfnis, Bilder ihres Kindes zu betrachten.
Die 2013 ins Leben gerufene Organisation Dein Sternenkind hat es sich zum Auftrag gemacht, Eltern in dieser besonders schwierigen Situation bestmöglich zu unterstützen und ihnen den Wunsch nach pietätvollen Fotografien von ihren Kindern zu erfüllen. Über 600 Fotografen in Österreich und Deutschland stellen ihre Dienste auf der Wesite kostenlos zur Verfügung und werden vom Verein zentral bei dieser Tätigkeit unterstütz und koordiniert.
Hilfsangebote für verwaiste Eltern
Nach dem Verlust eines Sternenkindes stehen Eltern verschiedene Hilfsangebote zur Verfügung – sowohl bereits rund um die Geburt als auch in der Zeit danach. Besonders in den ersten Tagen nach der Entbindung ist eine ambulante Betreuung durch Hebammen eine wichtige Unterstützung. Hebammen kommen in dieser Zeit zu Ihnen nach Hause und begleiten Sie medizinisch wie auch emotional.
Nach einer Totgeburt oder dem Tod des Kindes kurz nach der Geburt übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland in der Regel eine bestimmte Anzahl an Hebammenbesuchen. Nach einer Fehlgeburt besteht leider kein automatischer Anspruch auf diese Leistungen; einzelne Krankenkassen können jedoch freiwillige Unterstützungen anbieten. Eine Nachfrage lohnt sich in jedem Fall.
Hebammen in Ihrer Nähe finden Sie unter anderem über die bundesweite Hebammensuche oder über die Geburtskliniken, die entsprechende Kontakte vermitteln.
Selbsthilfe- und Erinnerungsangebote
Neben medizinischer Betreuung können auch Selbsthilfevereine und ehrenamtliche Initiativen eine wertvolle Stütze sein. Sie bieten Austausch mit anderen betroffenen Eltern, persönliche Beratung und konkrete Hilfe in der Zeit des Abschieds.
Verwaiste Eltern und Geschwister München begleitet Familien, die ein Kind verloren haben – unabhängig vom Alter des Kindes – mit Beratungsangeboten, Gruppen und Informationsmaterial.
Initiative Regenbogen unterstützt Eltern nach Fehl-, Tot- oder Frühgeburten und stellt umfangreiche Informationen sowie regionale Ansprechpartner zur Verfügung.
Darüber hinaus gibt es Initiativen, die Erinnerungsstücke für Sternenkinder anfertigen, etwa kleine Kleidungsstücke, Decken, Stofftiere oder Erinnerungssäckchen. Diese Angebote richten sich an Eltern und teilweise auch direkt an Krankenhäuser und werden häufig kostenfrei und ehrenamtlich zur Verfügung gestellt.

Sprüche und Bücher zum Thema Sternenkinder
Auch Worte sind ein nicht zu unterschätzendes Mittel zur Trostspende in schweren Zeiten. Das Internet bietet die Möglichkeit, sehr einfach Sprüche, Gedichte und Texte zu finden, welche Sterneneltern in einer solchen schweren Zeit helfen können, mit ihrer Trauer umzugehen. Sehr bekannte Bücher zum Thema Sternenkinder und Verlust sind zum Beispiel “Gute Hoffnung, jähes Ende” von Hannah Lothrop oder “Trauern hat seine Zeit” von Michaela Nijs.
Trauergruppen für verwaiste Eltern
Eine weitere Möglichkeit, mit dem schmerzvollen Verlust umzugehen, bieten Trauerseminare und eine Trauerbegleitung. Bei Trauerseminaren geht es darum, seine Gefühle in Worte zu fassen, um das verstorbene Kind als positive Erinnerung im Gedächtnis zu behalten.
Trauerbegleitungen finden meist in Gruppen unter Anleitung psychologischer Fachkräfte statt. Es gibt aber die Möglichkeit, sich in Einzelsitzungen begleiten zu lassen. Typische Elemente in der Trauerbegleitung sind zum Beispiel Imaginationsreisen, Tänze, symbolische Handlungen und Ritualen. Das Ziel ist es, die lebenshindernde Trauer in eine lebensfördernde Trauer umzuwandeln.
Was kostet die Bestattung eines Sternenkindes?
Die Kosten für die Bestattung eines Sternenkindes tragen die Eltern. Viele Bestatter, darunter auch Benu – Bestattung und Vorsorge, führen die Beisetzung von Sternenkindern zum geringstmöglichen Preis durch, um die trauernden Eltern nicht noch zusätzlich zu belasten. Viele Bestattungswälder, unter anderem der Klosterwald, bieten den Baumplatz für Kinder sogar kostenlos an. Es sind dann lediglich die Kosten der Beisetzung zu bezahlen.
Wir sind für Sie da.
Von 0–24h, auch am Wochenende!
089 89 67 4544






